Wasser- und Energiemangel als Chance

Lö­sungs­an­sät­ze zur Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung

Die Was­ser- und Ener­gie­ver­sor­gung be­schäf­tigt Po­li­tik und Be­völ­ke­rung glei­cher­mas­sen. Mög­li­che Lö­sungs­an­sät­ze be­in­hal­ten aber auch Chan­cen zur ener­ge­ti­schen Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich in der Print-Beilage «Nachhaltigkeitsguide» in der SonntagsZeitung, Ausgabe 11. September 2022, veröffentlicht.

Die weltpolitische und klimatische Situation wie auch die daraus resultierenden Diskussionen zur Wasser- und Energieversorgung sind wohlbekannt. Leider sind dadurch aktuell gegenseitige, politische Verurteilungen von Lösungsansätzen Alltag. Zielführender ist es, kurz- und langfristige Lösungen aufzuzeigen, die Energieversorgung, Wassernutzung sowie Stadt- und Gebäudeklimatik sicherstellen.

Wandel zu erneuerbarer Energie

Im Jahr 2050 werden in der Schweiz rund 10 Millionen Menschen leben. Die beheizte und gekühlte Nutzfläche wird rund 17% grösser sein als heute. Dadurch wird eine Effizienzsteigerung sämtlicher Bauten, Anlagen und Systeme – ein Wandel zur vollständig erneuerbaren Energieversorgung – notwendig. Städte, Energieversorger, Investoren und Planer sind gefordert, sie müssen langfristig wirksame Lösungen gestalten.

Beispielsweise durch das Ersetzen von Gasnetzen durch thermische Netze. Saubere Energiequellen sind in Form von Gewässern, Grundwasser, Geothermie und Aussenluft sowie der Nutzung von Abwärme genügend vorhanden. Der dafür erforderliche Elektrizitätsbedarf wird durch die Ablösung von Elektrodirektheizungen und Rückkühlaggregaten im Winter sowie durch Effizienzsteigerungen kompensiert. Der Ausbau von Photovoltaik (PV) auf Dächern, Fassaden und Infrastruktur wird den Rest des Elektrizitätsbedarfs übertreffen. Hinzu kommt der Ausbau der Alpin- und Agri-PV-Anlagen, der den viel diskutierten Winterstrombedarf abdeckt. Ergänzend können thermische und elektrische Energiespeicher bevorstehende Engpässe kompensieren. Natürliche Energiequellen und technische Möglichkeiten sind vorhanden. Es gilt daher, die Zielsetzungen politisch und im Energiegesetz zu verankern.

Ländliche Gebiete müssen auf das Energieangebot aus der Umwelt umstellen: Erde, Wasser, Luft, Sonne und Holz. Die PV-Potenziale sind in entlegenen Gebieten aufgrund von mehr Sonnenstunden oft grösser und der Einsatz der Salzwasserbatterie vervollständigt hier das Puzzle.

Über­re­gi­o­na­le Was­ser­ver­sor­gung und In­fra­s­truk­tur­pla­nung

Durch die Klimaveränderung wird auch das Wasserschloss Schweiz in den kommenden Jahren Risse erhalten. Um Versorgungsengpässe auszugleichen, müssen sich dezentral organisierte Wasserversorgungen partiell zu regional übergreifenden Netzen zusammenschliessen. Bei sämtlichen Umbau-, Sanierungs- und Neubauprojekten ist eine Regenwassernutzung zu prüfen. Das Regenwasser reduziert im Haushalt den Fremdwasserbedarf und bei geschicktem lokalem Einsatz fördert es die Biodiversität. Letztere hilft wiederum, das Arealklima im Sommer zu mildern, um so geringere Kühlenergie und einen geringeren Elektrizitätsbedarf zu erreichen.

Es wird klar, dass Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen in eine langfristige und koordinierte Planung und gezielte Transformation überführt werden müssen. Diese beinhaltet thermische Netze für Heizung und Kühlung, Elektrizitätsnetze und Kommunikationsinfrastruktur. Die intelligente Vernetzung und die Sektorkopplung bieten grosses Effizienzsteigerungspotenzial.

Ge­rin­ger Ver­zicht mit so­for­ti­gen Aus­wir­kun­gen

Energie- und Wassereffizienz sowie persönliche Disziplin helfen, Versorgungsengpässe zu vermeiden. Mit einfachen Massnahmen der Bevölkerung reduziert sich unmittelbar und mittelfristig der Energieverbrauch. Die Energieeffizienz steigert sich und reduziert damit die Abhängigkeit der externen Energieversorgung im Winter.

Energiespartipps

  • Senken der Raumlufttemperatur um 1 °C reduziert Energieverbrauch um 5 bis 6%
  • Reduzieren der Warmwassertemperatur von 65 °C auf 50 °C reduziert Energieverbrauch um 20 Prozent1
  • Einbau von Wasserspardüsen
  • Einbau Thermostatventile auf Heizkörpern
  • Ausschalten der Heizung in Nebenräumen
  • Reduktion der Betriebszeiten von Lüftung, Klima, Beleuchtung
  • Dämmen von Wärme- und Warmwasserverteilsystemen
  • Nutzen von Kellern zur Lebensmittelaufbewahrung im Winter, es entlastet den Kühlschrank
  • Erhöhen der Kühltemperaturen in Kühl- und Gefrierschränken auf 7 °C bzw. –15 °C
  • Einsatz von Haushaltgeräten bester Effizienzklasse
  • Nutzen passiver Sonnenenergie durch südseitige Fensteranordnung, Fenster mit hohem Gesamtenergiedurchlassgrad und Reduktion nordseitiger Fensterflächen

1 Hinweis: Eine wöchentlich einmalige Erhöhung der Warmwassertemperatur von 50 °C auf 63 °C ist sinnvoll und empfehlenswert, um die Ausbreitung von gesundheitsschädlichen Legionellen zu verhindern.

Regenwassernutzung Swissco
Das Rechenzentrum Swisscom Wankdorf wird mit Aussenluft und Regenwasser gekühlt und die restliche Abwärme wird in ein Nahwärmenetz eingespeist.
Seewassernutzung Aumatt Hinterkappelen
Seewassernutzung Aumatt Hinterkappelen: Seewasser zur hocheffizienten Beheizung einer Wohnsiedlung.

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